38) Eva Koch

Eva Koch /DK

NOMAD, 1998

Video Installation, 11'53", loop
Kamera: Dave Borthwick
Schnitt: Niels Grønlykke
Tonbearbeitung: Peter Sørensen

Bild und Ton sind zwei abstrakte Elemente, die unser Gehirn automatisch miteinander verknüpft, um in unserer Wahrnehmung eine plausibel erscheinende Realität herzustellen. Mit dieser menschlichen Eigenheit spielt die Künstlerin und vertont eine in Bombay am Meer gefilmte Szene mit digitalen Klängen, die lediglich behaupten zum Bildmaterial zu gehören. In einer langsamen Kamerafahrt sehen wir, wie spazierende, eilende und gemütlich flanierende Menschen eine schmale Passage durch das Wasser überqueren, welches ihnen dabei bedrohlich nahe kommt. Dabei hören wir weißes Rauschen – synthetisch erzeugte „Geräusche des Meeres“. Durch diese Bild-Ton-Verschiebung mutet das muntere Treiben, in der den Naturgewalten ausgesetzten Kulisse, wie eine Inszenierung an – als handelte es sich bei dem das Wasser durchquerenden Menschenstrom um StatistInnen in einem Sinnbild über das menschliche Dasein.

Eva Koch interessiert die Wirkung der physischen Präsenz eines einzelnen Menschen in einem größeren Maßstab. In ihren Arbeiten stellt sie Untersuchungen darüber an, wie das anonyme Individuum in und von der Masse wahrgenommen wird.

1953* in Frederiksberg/DK, lebt und arbeitet in Kopenhagen/DK

www.evakoch.net

Location: OÖ Kulturquartier (38)


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