35) Loose Harbour #2

Loose Harbour #2 /AT

2018

Studierende der Kunstuniversität Linz: Jacqueline Böhm, Sarah K. Eder, Stefanie Farkashazy, Eginhartz Kanter, Rebekka Hochreiter, David Kapl, Nina Kern, Alice Möschl, Anna Pech, Sarah Rinderer, Julien Segarra, Robinson Stärk, Matthias Tremmel, Dimitrios Vellis u.a.
künstlerische Konzeption, Ausstellungsgestaltung und Projektleitung: Leo Schatzl

Schiffe, Inseln, vielschichtige Transitzonen und anskizzierte Fluchtpunkte– mit diesen Elementen spielt die groß angelegte Rauminstallation Loose Harbour. Dabei begreift Leo Schatzl die gesamte Stahlkonstruktion des voestalpine open space als Schiffskörper.

Gemeinsam mit Studierenden der Kunstuniversität Linz kreiert er hier eine offene Raumsituation, die inmitten des symbolisch verstandenen „Stahlgerüst-Schiffs“ einen Holzcontainer transportiert. Als Fracht hat der Transportkörper die mehrjährige Geschichte von „Floating Village“ aufgenommen. Mit Studierenden der Kunstuniversität Linz, der Universität der angewandten Kunst Wien, sowie freien ProduzentInnen wurde im Rahmen dieser Projektreihe eine flexible, kollaborative und autonome Sphäre hergestellt, die seit 2011 in fünf Etappen und jeweils über mehrere Wochen hinweg fluide Environments untersuchte. Entlang der Donau, in der Traun, der Enns oder am Lunzer See wurden eine Vielzahl an künstlerischen Prozessen positioniert.

Unter dem Container, der die bisherige Geschichte von „Floating Village“ verdichtet mitführt, setzt sich die Raumkonstellation Loose Harbour fort. Die Nutzung der Zwischenräume des Stahlgerüstes verdeutlicht Aspekte von Einnisten und Einschleppen. Luken und „Seerohre“ erzeugen vertikale Durchlässigkeit und verbinden außerdem das „Schiff“ und die darunterliegende Dachfläche: Leo Schatzl und Studierende arbeiten hier als Gestrandete wie PionierInnen auf einer utopischen, weil nicht zuletzt unter einem Schiffsbauch liegenden Insel.

Der Künstler Leo Schatzl konzentrierte sich in den letzten Jahren auf eine prozesshafte, experimentelle Auseinandersetzung mit räumlichen und sozialen Konstellationen, bei der alternative künstlerische Aktionsfelder spielerisch erprobt sowie kreative Eingriffe in öffentliche Raumsysteme realisiert werden.


SOMMERBESPIELUNG des LOOSE HARBOUR #2

In den Sommermonaten zeigen Studierende der Kunstuniversität auch regelmäßig Performances am voestalpine open space! Zudem bietet ISOLE einen artist residency space am HÖHENRAUSCH und dadurch KünstlerInnen die Möglichkeit, für einige Tage den Alltag hinter sich zu lassen und direkt in der Ausstellung zu leben, zu arbeiten oder zu urlauben.

Do, 19.07. / 19:00 Uhr
FLOATING SIRENS
Der Sirenenchor mit Student*innen der Kunstuniversität Linz ist ein weiteres Mal mit ihrer Performance zu hören, welche erstmals bei der Höhenrausch-Eröffnung aufgeführt wurde.

Fr, 20.07. / 17:00 Uhr
ÜBER DIE ALINIARITÄT DES AUF DEN PUNKT BRINGENS
Performance von Alice Moe. Die Künstler*in tätowiert sich selbst eine Nummer, die Verkaufsnummer ihres Lieblingsobstes, welches zuerst mit ihrem Namen händisch gekennzeichnet wurde. Die Form des Obstes wird gebrochen, sie löst sich beim Fall zu Boden auf, gibt sich frei zur Transformation. Die Samen bleiben auf der Erde zurück. Mit den Worten: ,Ich bin der Samen, nicht das Produkt. Ich bin mein Wachstum, auch wenn ich manchmal dafür aufbrechen muss, um zur Frucht zu werden. Mein Fruchten.´ Die Früchte werden verteilt und gemeinsam verzehrt. Eine Performance für die Utopie des Miteinander.

Do, 26.07. / 13:30 Uhr
FRITTIERARBEIT
Matthias Tremmel lässt als Schiffskoch die Kombüse heiß laufen und die BesucherInnen fischen frischen Fisch. 

"Das eigene Handeln als Mittel zur Erfüllung des als wünschenswert Erachteten. Nur Du kannst deine Fischstäbchen aus dieser Fritteuse angeln. Nur Du kannst sie dann in eine Semmel oder in ein Brot betten.
Nur Du kannst entscheiden ob du Salat, Remoulade, und/oder Ketchup beifügen möchtest. Nur bei Obermaat Motz´ einzigartiger All-You-Can-Eat Fischstäbchen Freiluftfritteuse™ kannst Du die raue See in ihrer reinsten Gourmetform genießen!"

Do., 26.07. - So., 29.07.
KAKTUS - Isole Residency
Nachts im Museum: Die Künstlerinnen Tanja Fuchs aka ABU GABI & Anna Sophie Adelt aka States of Clay verbringen eine 4-tägige Artist Residency auf "Isole" und lassen sich inspirieren von Höhe und Rausch. Das Ergebnis gibts am So., den 29. Juli um 16 Uhr live auf der Insel zu söhren.

Do, 09.08. / 13:30 Uhr
FRITTIERARBEIT
Matthias Tremmel lässt als Schiffskoch wieder die Kombüse heiß laufen und die BesucherInnen fischen frischen Fisch.

Mi,15.08. / 13:30 Uhr
AN DIE ROHRE
Performance von David Kapl. Instandhaltungsarbeiten: Weißmachung der Rohre vom Mann in blau. Es gilt: Vorsicht frisch gestrichen - performative Streicharbeiten an Deck.

Do,16.08. - So,19.08. / 10 - 20 Uhr
CHECK OUT - Isole Residecy
Das Künstlerinnenduo Dirty Laundry (Amanda Burzić & Kiky Thomanek) machen Urlaub auf ISOLE, dem artist residency space am HÖHENRAUSCH, welcher es KünstlerInnen ermöglicht, für einige Tage den Alltag hinter sich zu lassen und direkt in der Ausstellung zu leben, zu arbeiten oder zu urlauben. "Alle reden von Work/Life Balance. Wir hatten ein Jahr lang großen Stress. Jetzt entspannen wir. Wir wollen uns mal so richtig langweilen. Das ist gar nicht so einfach." Ihre Eindrücke und Erkenntnisse könnt ihr ab Do, 16.08. verfolgen auf: www.instagram.com/dirtylaundry_official

Mo, 20.08. - Mi, 22.08. / 10 - 20:30 Uhr
WORKSHOP mit Leo Schatzl
Mit Handwerkzeugen schnell und einfach Möbel bauen, unter diesem Motto steht der dreitägige Workshop mit dem Künstler Leo Schatzl.

Do, 23.08. / 13:30 Uhr
FRITTIERARBEIT
Matthias Tremmel lässt als Schiffskoch wieder die Kombüse heiß laufen und die BesucherInnen fischen frischen Fisch.

Sa, 25.08. ab 11 Uhr - So, 26.08.
MOBY DICK / 41-stündige Marathonlesung der Gesamtfassung
(Übersetzung Friedhelm Rathjen, Jung und Jung Verlag)
Besatzung: Bernd Remsing und Karl Ernst

"Nennt mich Ismael. Ein paar Jahre ist’s her …da hatte ich wenig bis gar kein Geld im Beutel und an Land reizte mich nichts Besonderes, und so dachte ich mir, ich wollt ein wenig herumsegeln und mir den wässrigen Teil der Welt besehen."

Der weiße Wal: Das Hervorbrechen des Archaischen, die Dialektik der Aufklärung, die Vertigo und das Scheitern der Moderne, das Eintreten des Unbegreiflichen, die Angst unter dem dünnen Eis der Kultur, das kollektive Verdrängte, das Tabu und der Schwindel unserer Gegenwart, die Überwältigung durch Natur gerade durch den Versuch ihrer Bändigung, die Provokation des Unbeherrschbaren, die Produktion durch Projektion des bösen Fremdartigen, das Fremde.

Die Lesenden wechseln alle 1 ½ Stunden ab und verrichten ihre Reproduktionsbedürfnisse auf der Bühne. Die Lesenden können als der gedoppelte Ich-Erzähler Ismael nach dem Schiffsbruch betrachtet werden. Ihre Dauerlesung ist als Selbstverletzung zu verstehen, als körperbezogene Kunst.

Außerdem wird BesucherInnen die Möglichkeit geboten, der Lesung direkt auf der ISOLE, dem Schauplatz der Lesung unterhalb des voestalpine open space, beizuwohnen:
Termine täglich um 10:45, 14:00 und 17:00 Uhr (Treffpunkt: OK Platz beim Durchgang Bigoli und El Paso)
Eintritt: Schiffsnahrung des 19. Jahrhunderts, abzugeben an die Besatzung (Labskaus, Konserven, Zwieback, Sauerkraut, Gin, Wasser, Kaffee, Austern, Heringe etc.)

Übertragung der Performance: Live-Stream auf DorfTV
 

Do, 06.09. / 13:30 Uhr
FRITTIERARBEIT
Matthias Tremmel lässt als Schiffskoch wieder die Kombüse heiß laufen und die BesucherInnen fischen frischen Fisch.

Do, 06.09. - So, 09.09.
DIE ARGONAUTEN - Isole Residecy
Melanie Ludwig verbringt 4 Tage auf ISOLE, dem artist residency space direkt am HÖHENRAUSCH, und begibt sich auf eine imaginierte Reise über den Dächern von Linz:
"Kopfkino. Mit geschlossenen Augen folge ich Jason und den Argonauten auf ihrer Suche nach dem goldenen Vlies. Lasse mich treiben als versteckte Fracht, mit Filmkamera und Aufnahmegerät ausgerüstet und lausche dem eigenen Gedankenstrom.
Das 'Schiff' bei Michel Foulcault 'ein schwimmender Raum, der keinen Ort hat, selbstgenügsam, abgeschlossen und der Unendlichkeit des Meeres ausgeliefert.' (Zygmunt Bauman, „Flüchtige Moderne“, S.118)
Ich spüre die Distanz zum Heimathafen und frage mich wo ich wieder stranden werde, heiße Schiffbrüchige willkommen und spinne weitere Gedankennetze. Am Ende dieser Fahrt steht ein Experimentalfilm, der Eindrücke verarbeitet und wahrscheinlich alle wesentlichen Fragen unbeantwortet lässt."

Do, 20.09. / 13:30 Uhr
FRITTIERARBEIT
Matthias Tremmel lässt als Schiffskoch wieder die Kombüse heiß laufen und die BesucherInnen fischen frischen Fisch.

Sa, 13.10. / 15:00 Uhr
ÜBER DIE ALLITERARITÄT DES AUF DEN PUNKT BRINGENS

Performance von Alice Moe Möschl

Location: OÖ Kulturquartier (35)


34) Mehdi Ghadyanloo 36) Tracey Moffatt